Das sogenannte Insolvenzausfallgeld bezeichnet eine Leistung der Agentur für Arbeit. Diese Leistung wird auf Beantragung des Arbeitnehmers unter bestimmten Bedingungen erbracht. Wer Insolvenzgeld erhält und warum zeigt der folgende Artikel.

Die Beantragung einer Insolvenz durch den Arbeitgeber

beantragung der Insolvenz vom ArbeitgeberVorausgesetzt, der Arbeitgeber handelt nach den Buchstaben des Gesetzes beziehungsweise nach den Gesetzen des deutschen Insolvenzrechts, dann besteht die Möglichkeit der Regelinsolvenz.
Hierzu notwendig sind:

  • Forderungen von mehr als 19 Gläubigern
  • ausstehende Löhne & Gehälter
  • Sozialversicherungsbeiträge

Die Insolvenzordnung von 1999 ist die Grundlage für das Insolvenzverfahren, in dem durch einen Konkursverwalter die noch bestehenden Vermögenswerte unter den Gläubigern gerecht verteilt werden zur Begleichung der Forderungen, aber gleichzeitig dem insolventen Unternehmer die Möglichkeit gegeben wird, nach sechs Jahren Wohlverhalten neu zu beginnen. Das Insolvenzrecht von 1999 erlaubt auch die Privatinsolvenz auf ähnlicher Basis, was bis dahin nicht möglich war.

amtsgericht

Foto Beispiel: Amtsgericht in Wein © Klaus Graf – de.wikipedia.org

Die Beantragung auf Insolvenz wird beim zuständigen Amtsgericht entweder durch den Schuldner oder einen der Gläubiger eingereicht. Die Beantragung auf Insolvenz wird vom Amtsgericht geprüft und entweder angenommen oder abgewiesen. Eine Abweisung kann zum Beispiel erfolgen, wenn Mangels bestehender Masse, also noch vorhandener Vermögenswerte, ein Insolvenzverfahren aussichtslos ist.

Das Insolvenzgeld

Das durch die Bundesagentur für Arbeit auszuzahlende Insolvenzgeld wird durch die Zahlung einer Umlage der Arbeitgeber finanziert. Der monatlich fällige Beitrag wird über den Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die Krankenkassen abgeführt, diese führen den jeweiligen Betrag dann an die Bundesagentur für Arbeit ab. Der Umweg kommt deswegen zustande, da die Bundesagenturen für Arbeit keine Unternehmensverzeichnisse führen und der Verwaltungsaufwand für die in Relation gesehenen geringen Beträge zu groß wäre.

insolvenzgeld Insolvenzgeld wird für maximal drei Monate bezahlt. Bezahlt werden die letzten drei Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder dessen Abweisung. Hat das Unternehmen keine Beantragung auf Insolvenz gestellt, aber auch keine Gehälter bezahlt, so muss die zuständige Agentur für Arbeit den Antrag auf Insolvenzgeld prüfen und feststellen, ob ein Insolvenzereignis vorliegt. Eine der Voraussetzungen ist, dass die betriebliche Tätigkeit des Unternehmens eingestellt ist.

Die Insolvenzausfallgeld Höhe ist seit dem 1. Januar 2004 begrenzt und richtet sich nach der Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosenversicherung.

Die Antragsfrist auf Insolvenzgeld

antragsfrist_fuer_insolvenzgeldDie Beantragung auf Insolvenzgeld erhält der Arbeitnehmer auf den Agenturen für Arbeit, er kann aber auch zugesandt werden, dazu genügt ein Anruf oder über das Internetangebot der Agenturen.

Ein Insolvenzgeldantrag sollte so früh wie möglich gestellt werden. Wenn es abzusehen ist, das die Gehälter nicht mehr bezahlt werden, sollte die Beantragung sofort erfolgen. Die Ausschlussfrist für Insolvenzgeld beträgt zwei Monate nach Eröffnung oder Abweisung des Insolvenzverfahren. Das bedeutet, dass in einem Zeitraum von zwei Monaten nach dem Einsetzen eines Insolvenzverwalters der Antrag gestellt sein muss. Danach ist es zu spät. In der Regel bezahlt die Agentur für Arbeit einen sogenannten Insolvenzgeldvorschuss, der später mit der Insolvenzmasse verrechnet wird, wenn vorhanden. Wichtig dabei ist, dass die Agenturen für Arbeit bemüht sind, die berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer pünktlich zu erfüllen.